Ich, du und dazwischen das gelobte Land – Religion, Gender und Western

Fachtagung der Internationalen Forschungsgruppe Film und Theologie
DO 30.04.2026, 13.30 Uhr bis SA 02.05.2026, 12.30 Uhr

  • Natalie Fritz
    Religionswissenschaftlerin, Fachhochschule Graubünden und LMU München
  • Marie-Therese Mäder
    Medienethikerin und Religionswissenschaftlerin, LMU München und Fachhochschule Graubünden
  • Charles Martig
    Theologe und Medienwissenschaftler, Zürich
  • Daria Pezzoli-Olgiati
    Religionswissenschaftlerin, LMU München
  • Csongor Kozma
    Paulus Akademie
  • Martin Ganguly, Berlin
  • Anna Hepting, München
  • Jörg Hermann, Hamburg
  • Christof Hofer, Zürich
  • Stefanie Knauss, Villanova
  • Andreas Köhler-Andereggen, Bern
  • Mona Lorenz, Zürich
  • Luise Merkert, München
  • Manfred Oeming, Heidelberg
  • Traugott Roser, Münster
  • Baldassare Scolari, Bern
  • Gereon Terhorst, Münster
  • Monika Weiss, Marburg
  • Julia Zutavern, Zürich
  • Reinhold Zwick, Münster

Das Projekt wurde von folgenden Institutionen mitfinanziert:
Katholische Akademie Schwerte, Katholische Kirche im Kanton Zürich, Katholisch Stadt Zürich und SIGNIS.

Kaum ein Filmgenre hat Männlichkeit, Macht und moralische Ordnung so klar codiert wie der Western. In seinen klassischen Ausprägungen ist er nicht nur Projektionsfläche hegemonialer Geschlechterbilder, sondern auch ein Ort, an dem religiöse Motive – etwa Erlösung, Schuld und Gerechtigkeit – subtil mitschwingen. In jüngerer Zeit jedoch erfährt der Western eine bemerkenswerte Transformation: Genderrollen werden gebrochen, religiöse Deutungsmuster hinterfragt, Diversität sichtbar gemacht. Genau hier setzt die Tagung an: Sie fragt nach der filmischen (Re-)Konstruktion von Genderidentitäten und Diversität im Kontext von Religion und Western.

Im Zentrum der Tagung steht die Frage, wie religiöse und geschlechtliche Identitäten filmisch inszeniert, verhandelt und transformiert werden. Dabei rücken sowohl die Produktion als auch die Rezeption von Filmen in den Blick. Schöpfungstheologische Fragestellungen zu binären Geschlechtermodellen, ethische Implikationen religiöser Bildsprache sowie die Rolle religiöser Protagonist:innen bilden dabei mögliche thematische Schwerpunkte.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Zusammenspiel von Genre und Gender. Der Western dient hier exemplarisch als Ausgangspunkt, um die Verknüpfung von Erzähltraditionen, kulturellen Codierungen und religiöser Sinnstiftung zu analysieren. In Verbindung mit feministischer Filmtheorie, psychoanalytischen Ansätzen und filmhistorischen Perspektiven lassen sich Kontinuitäten und Brüche in der Darstellung von Religion und Geschlecht nachvollziehen. Die Tagung lädt Forschende und Lehrende aus Theologie, Religionswissenschaft, Gender Studies, Filmwissenschaft und verwandten Disziplinen ein, sich in einem interdisziplinären Rahmen auszutauschen. Ziel ist es, Filme nicht nur als Objekte der Analyse, sondern als aktive Akteure gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse zu begreifen.

Das detaillierte Programm finden Sie hier.