Stiftung Lucerna
Tagung 1999

Raum, Räume, Medien «Nichts ist drinnen, nichts ist draussen.»
Raum und Zeit gehören zu den Grundbedingungen unseres Lebens und der kosmischen Wirklichkeit. Das 20. Jahrhundert hat sich allerdings sehr intensiv mit der Zeit, weniger mit dem Raum beschäftigt. Die Angleichung der Begriffe Raum und Medium, auch der synonyme Gebrauch von Räumen und Medien deutet einen vielleicht grundsätzlichen Wandel an. Es bildet sich heute ein Bewusstsein aus, dass wir primär in Medien oder Sphären leben, die sogar die realen Räume - Haus, Ort, Landschaft, Stadt, Office, Erde, Himmel u. a. - zu dominieren beginnen. Die globalen Kommunikationsmedien, die zunehmende Mobilität der Arbeitsbedingungen, die Schaffung von virtuellen Räumen durch Internet und Cyberspace, aber auch schon die Illusionsräume von Film, Fernsehen und Video fügen in den humanen Umweltraum immer neue Räume ein und dürften das bisherige Raumerleben und -empfinden beträchtlich verändern. Nicht zuletzt wird das schon von Goethe in Frage gestellte Drinnen-Draussen-Schema neu zu formulieren sein. Die Tagung soll aus unterschiedlichen Perspektiven heutige Raum- und Medienkonzepte sichtbar machen.