Stiftung Lucerna
Tagung 2003

Nietzsche und Wagner. Geschichte und Aktualität einer Kontroverse.
Das Interesse an Nietzsche ist seit Jahren ungebrochen. Dass vor allem der frühe Nietzsche durch Person und Werk Richard Wagners wesentliche Anstösse erfuhr, ist zwar unbestritten, doch führt dies nur zaghaft zu einer Würdigung des Wagnerschen Gesamt-Werkes. Dieses umfasst nicht nur Musik und Dichtung, sondern auch ein beträchtliches musik- und kulturphilosophisches Schrifttum, das weitgehend unbeachtet bleibt. Die Vorbehalte gegenüber Wagner sind zahlreich. Sie sind auch alle bekannt, so u.a. die antijüdische Haltung oder die germanisch-christliche Mythologie. Dennoch: Wagner bildet mit dem Wagnerianismus ein Phänomen der europäischen Geistesgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wagners Erfolg in Bayreuth erkannte Nietzsche bald als ein grosses Scheitern. Vielleicht lässt seine "Kontroverse" – die asymmetrisch blieb – die Frage zu, ob ihn mit Wagner nicht eine gemeinsame kulturelle und politische Utopie verband, die er verraten glaubte. Dies gehört aber schon zur Interpretation der Kontroverse, die inzwischen selbst zur Kontroverse wurde.

Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Luzern durchgeführt.


ReferentInnen


Leitung: Prof. Thüring Bräm
Prorektor und Fakultätsleiter I, Leiter des Hochschulorchesters
Musikhochschule Luzern

PD Dr. Wolf-Daniel Hartwich
Dozent für Literaturgeschichte am Germanistischen Seminar
Universität Heidelberg

PD Dr. Peter Hofmann
Privatdozent am Institut für Fundamentaltheologie/Kath.-theologische Fakultät
Universität Münster

Prof. Dr. Domenico Losurdo
Professor für Geschichte der Philosophie
Universität Urbino

PD Dr. Urs Marti
Privatdozent für politische Philosophie
Universität Bern

Prof. Dr. Gert Mattenklott
Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Freie Universität Berlin

Dr. Rudolf Meyer
Präsident der Stiftung Lucerna

Prof. Dr. Glenn W. Most
Professor für Griechische Philologie
Scuola Normale Superiore di Pisa, The University of Chicago

Prof. Dr. Bernhard H.F. Taureck
Professor für Philosophie
Universität Braunschweig

Prof. Dr. Armin Wildermuth
Prof. em. für Philosophie
Prof. em. für Philosophie

Prof. Dr. Jean-Claude Wolf
Professor für Ethik und politische Philosophie
Universität Freiburg, CH




Tagungsprogramm


22.09.2003

9:30 - 9:40
Begrüssung durch den Präsidenten der Stiftung, Dr. Rudolf Meyer
Dr. Rudolf Meyer

9:40 - 9:55
Einleitende Bemerkungen zum Tagungsthema
Prof. Dr. Armin Wildermuth

10:00 - 11:30
"Wagner , Nietzsche und die Sehnsucht nach dem Gesamtkunstwerk"
Prof. Dr. Glenn W. Most

13:30 - 15:00
"Vor der Kontroverse. Nietzsche als Anhänger der Wagner-Partei"
Prof. Dr. Domenico Losurdo

15:30 - 17:00
"Nietzsche und Wagner am Tatort Venedig"
Prof. Dr. Bernhard H.F. Taureck

17:30 - 18:30
Besuch des Richard-Wagner-Museums in Luzern/Tribschen


23.09.2003

9:00 - 10:30
"Eschatologie und Apokalyptik in Richard Wagners Musikdramen"
PD Dr. Wolf-Daniel Hartwich

11:00 - 12:00
Öffentliches Konzert des Orchesters der Musikhochschule Luzern im Marianischen Saal, Bahnhofstr. 18, Luzern
Leitung: Prof. Thüring Bräm

14:00 - 15:30
"Revolution und Regeneration im Denken Wagners"
PD Dr. Peter Hofmann

16:00 - 17:30
"Der Richter der Kultur"
Prof. Dr. Jean-Claude Wolf

24.09.2003

8:30 - 10:00
"Übermenschen unter sich". Nietzsche und Wagner über historische Grösse
Prof. Dr. Gert Mattenklott

10:30 - 12:00
Aufklärung versus Romantik. Überlegungen zur politischen Dimension der Auseinandersetzung zwischen Nietzsche und Wagner
PD Dr. Urs Marti

12:15 - 13:00
Plenum